Tobias Düsterhus übernimmt bei SHAPE die neue Rolle als AI Lead. Er ist seit 2022 bei SHAPE, zunächst als Senior Software Developer, dann als Backend-Entwickler, und war von Anfang an in die KI-Entwicklung involviert, zuletzt federführend in der Entwicklung der gruppenweiten KI-Plattform.
Diese Rolle entsteht nicht zufällig. Das Thema KI ist bei SHAPE keine Entwicklung der letzten anderthalb Jahre: Unser Team hat sich schon deutlich früher mit maschinellem Lernen und den Vorläufern der heutigen Systeme beschäftigt, meist im Rahmen einzelner Projekte statt einer übergreifenden Strategie. Seit Anfang 2025 ist daraus unter dem Namen "Supercharged by AI" eine unternehmensweite Ausrichtung geworden, intern wie im Kundengeschäft. Für Kund:innen ist daraus das AI Supercharger Programm entstanden, mit über 30 erfolgreichen Beratungs- und Implementierungsprojekten.
Die Rolle des AI Lead ist deshalb der nächste logische Schritt in dieser Entwicklung. Zunächst wurde KI-Kompetenz dezentral aufgebaut, getragen von den Tech Leads aller Disziplinen und verankert im gesamten Team statt in einer einzelnen Rolle. Zentrale Verantwortung wurde erst nötig, als aus einzelnen KI-Piloten eine agenturübergreifende Strategie wurde, die wir mittlerweile als eine Art Betriebssystem verstehen.
Wir haben mit Tobias und mit Roman (CTO bei SHAPE) gesprochen: über die neue Rolle und darüber, wie es damit weitergeht.
Tobias, du warst von Anfang an bei der KI-Entwicklung bei SHAPE dabei. Wie kam es dazu, dass du jetzt AI Lead wirst?
Tobias: Zunächst einmal finde ich das Thema unglaublich spannend: Ich arbeite nun seit über einem Jahr an einem größeren KI-Projekt und tausche mich immer wieder mit Kolleg:innen von SHAPE oder MYTY Partneragenturen aus. In dieser Zeit konnte ich also schon einiges an Erfahrung sammeln. Hinzu kommt, dass ich ursprünglich aus diesem Bereich komme: Bevor ich die Webentwicklung für mich entdeckte, habe ich an der Universität Bielefeld meinen Master in "Intelligente Systeme" mit Schwerpunkt Maschinelles Lernen und Neuronale Netze gemacht. Dadurch bringe ich neben der Praxis auch einen starken theoretischen Hintergrund mit. Als Roman mir die Stelle anbot, war das "Ja, klar!" fast ein Reflex.
Was hat sich für dich persönlich am meisten verändert, seit KI ein größerer Teil deiner Arbeit geworden ist?
Tobias: Ich möchte hier lieber nicht von KI reden, sondern von Machine-Learning-Systemen und Agentensystemen, auch wenn "KI" inzwischen das geläufige Wort dafür ist. Die können zwar schon sehr viel, ersetzen aber noch keinen Menschen vollständig. Meine Arbeit hat sich vor allem in einem geändert: Ich lasse Agenten viel Schreibarbeit machen. Das Denken aber übernehme ich nach wie vor. Meine Arbeit hat sich also noch mehr Richtung Planung und Review verschoben. Diese Systeme dienen mir zwar auch als Sparringspartner, wenn es darum geht, ein neues Feature zu planen. Die maßgeblichen Entscheidungen, wie Design und Architektur, und die gesamte Verantwortung liegen aber nach wie vor bei mir. Auch beim Review helfen sie, aber das neue Feature wird nicht freigegeben, bevor ein Mensch sein Okay gegeben hat. Wir setzen also massiv auf die Entwicklung mit Machine-Learning- und Agentensystemen, der Mensch bleibt aber in der Verantwortung.
Roman, warum jetzt eine eigene AI-Lead-Rolle? Was ändert sich dadurch im Team?
Roman: Bisher habe ich das Thema KI zusammen mit den Tech Leads der anderen Disziplinen vorangetrieben, Web, Mobile, QA, DevOps. Das hat gut funktioniert, aber KI ist über die Zeit immer wichtiger und vielschichtiger geworden. Irgendwann war dann klar: So ein Thema braucht einen festen Ansprechpartner, der auch die Verantwortung dafür trägt, statt dass es sich auf viele Schultern verteilt.
Dass es Tobias wird, hat einen einfachen Grund: Wir arbeiten seit über einem Jahr gemeinsam an einem großen KI-Projekt, und er hat mich in der Zeit rundum überzeugt: fachlich stark und mit viel eigenem Antrieb. Gleichzeitig macht die Zusammenarbeit einfach Spaß. Dazu kommt ein einschlägiges Studium als Grundqualifikation. Das passt.
Für das Team heißt das vor allem: ein klarer Ansprechpartner und eine klare Verantwortung. Ich erhoffe mir davon mehr Fokus und ein zielgerichteteres Vorankommen.
Tobias, woran arbeitest du gerade und was wird für SHAPE in den nächsten Monaten wichtig?
Tobias: Für SHAPE ist vor allem wichtig, am Ball zu bleiben: Das Tempo, mit dem sich die Frontier-Models und Agentensysteme weiterentwickeln, ist rasant. Teil meiner Aufgabe wird also sein, dafür zu sorgen, dass wir unseren Kund:innen die passende Expertise anbieten können. Dafür müssen wir unser Team weiter schulen.
Außerdem wollen wir die Arbeit mit Agentensystemen für unsere Entwickler:innen vereinheitlichen und standardisieren. Bisher arbeiten alle auf einem unterschiedlichen Level mit diesen Systemen. Mit einheitlichen Skills und Guidelines wollen wir für alle eine gemeinsame Grundlage schaffen. Das soll zum einen unser Team entlasten, zum anderen die Qualität nochmal verbessern. Zum Beispiel durch zusätzliche Agenten-basierte Tests und Reviews.
Daneben steht noch der Aufbau der neuen Rolle und des Teams. Bisher wurden die KI-Themen von mehreren Personen ausgefüllt. Das werde ich jetzt nach und nach zusammentragen und KI-Kompetenzen im Team aufbauen. Mit diesem Team können wir dann Kundenanfragen effizient und strukturiert angehen.
Was ändert sich für Kund:innen, wenn es jemanden gibt, der die KI-Themen bei SHAPE bündelt?
Roman: Kund:innen profitieren vor allem von zwei Dingen: einem klaren Ansprechpartner und mehr Standardisierung. Wenn die Erfahrung und Expertise aus unseren KI-Projekten an einer Stelle zusammenläuft, muss nicht jedes Projekt seine eigenen Lehren ziehen. Wir bringen das gebündelte Wissen aus allem mit, was wir vorher schon gemacht haben. Das macht die Zusammenarbeit verlässlicher und den Weg von der Idee bis zur laufenden Lösung planbarer.
Ausblick
KI gehört für uns mittlerweile zum Standard dazu, wenn wir digitale Produkte bauen. Mit Tobias als AI Lead haben wir jetzt jemanden, der genau dafür verantwortlich ist: dass unsere Erfahrung aus den letzten Jahren bei den Kund:innen ankommt, die gerade vor echtem Umsetzungsdruck stehen.
Über SHAPE
SHAPE ist die hybride Digitalagentur für strategische Beratung und KI-gestützte Lösungen entlang der gesamten Customer Experience. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung und 140 Spezialist:innen an sechs Standorten in Deutschland, der Schweiz und Kroatien gestalten wir den digitalen Wandel – von der datengetriebenen Analyse bis zur kreativen Umsetzung. Als Teil der internationalen MYTY Gruppe vereinen wir Strategie, Kreation, Tech & Marketing zu skalierbaren Lösungen.